Wir müssen dringend damit aufhören, uns über unseren Job zu definieren
Bild: Julian Bracero / pexels
 
Für viele von uns ist die eigene Identität eng mit dem Job verknüpft. Unsere Autorin befürchtet: Wenn wir nicht bald damit aufhören, uns über unseren Beruf zu definieren, legen wir den Grundstein für eine Burnout-Pandemie.

Party-Smalltalk ist nicht jedermanns Sache – völlig zurecht. Über Belangloses zu plaudern, ohne den oder die Gesprächspartner:in zu langweilen, aber gleichzeitig kritische Themen wie Politik oder gesellschaftliche Debatten zu umschiffen, ist alles andere als leicht. Die meisten von uns, inklusive mir, setzen in solchen Situationen deshalb auf ein sicheres Pferd: den eigenen Job. Die Frage, was das Gegenüber eigentlich beruflich so macht, kommt meistens auf, sobald man kurz darüber geplaudert hat, woher man die Gastgeberin oder den Gastgeber eigentlich kennt und dass das Wetter wirklich ungewöhnlich für die Jahreszeit ist – nachdem die dankbarsten Smalltalkthemen also abgegrast sind.

Dass wir das tun, sagt nichts über unsere mangelhaften Plauderkenntnisse aus, sondern ist vielmehr ein subtiles Anzeichen dafür, dass unser Selbstwert und unsere beruflichen Leistungen immer mehr verschmelzen. Dass eine hohe Position in einem Unternehmen und der damit einhergehende Stress nicht mehr nur berufliche Selbstverwirklichung, sondern allen voran Statussymbole sind.