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Suizidprävention: Das bringt Training

Suizidprävention: Das bringt Training

Ist eine Schulung für Arbeiter im Gesundheitswesen der entscheidende Schritt zu langfristiger Suizidprävention? Die USA machen's vor – was ist dran am Konzept?

Die meisten Menschen, die durch Suizid sterben, hatten im Jahr vor ihrem Tod Kontakt mit dem Gesundheitssystem – aber nur etwa ein Drittel von ihnen hat psychologische Hilfe in Anspruch genommen. Das bedeutet, dass Ärzte in der Primärversorgung und in der Notaufnahme, Krankenschwestern und andere Erstkontakt-Fachleute häufiger mit suizidalen Personen in Kontakt kommen, als sie denken.

Nachdem Washington im Jahr 2012 als erster US-Bundesstaat eine Suizidpräventionsschulung für Angehörige der Gesundheitsberufe vorschrieb, entwickelte die University of Washington (UW) das Programm All Patients Safe, das helfen soll, suizidgefährdete Menschen zu erkennen. Außerdem gibt es in den USA nun unter der Kurzwahl 988 eine landesweite Support-Telefonnummer, die rund um die Uhr erreichbar ist und ähnlich wie die allgemeine Notfallnummer 911 funktioniert.

Gesundheitspersonal muss geschult werden

Eine aktuelle Studie, die in der Fachzeitschrift Psychiatric Services veröffentlicht wurde, zeigt, dass Schulungen durchaus helfen können. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es möglich ist, qualitativ hochwertige Schulungen für Gesundheitsberufe zum Thema Suizid anzubieten. Das ist ein wichtiger, aber nicht ausreichender Schritt in der Suizidprävention“, so Jenn Stuber, außerordentliche Professorin für Sozialarbeit an der UW und Hauptautorin der Studie. „Es ist auch wichtig, die bisherigen Systeme und Strategien zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die Fachkräfte des Gesundheitswesens bei der Umsetzung der klinischen Fähigkeiten, die ihnen in der Ausbildung vermittelt wurden, optimal unterstützt werden.“

Es gibt einige Dutzend Suizidpräventionsschulungen, die vom Gesundheitsministerium Washingtons genehmigt wurden. Ziel ist es, die Anbieter zu schulen, Risikoverhaltensweisen bei den Patienten zu erkennen sowie den Zugang zu tödlichen Waffen oder Medikamenten zu ermitteln und gegebenenfalls zu limitieren. Neben Washington gibt es 17 weitere Bundesstaaten, die solche Schulungen für Gesundheitsdienstleister fördern oder vorschreiben.

Geschultes Personal fühlt sich sicherer 

Die Ergebnisse einer Umfrage der Schulungsteilnehmer zeigen, dass sich das Vertrauen und das Verständnis in allen geschulten Bereichen – wie Verständnis und Selbstvertrauen, um eine Reihe von Themen mit einem Patienten anzusprechen, einschließlich der Aufbewahrung von Medikamenten und Schusswaffen sowie Selbstmordgedanken – verbessert haben. So stieg beispielsweise die Zahl der Befragten, die glaubten, Warnzeichen für einen Suizid erkennen zu können, um 60 %. Die Sicherheit, nach Medikamenten und Schusswaffen zu fragen, nahm ebenfalls zu.

Den Forschern zufolge deuten die Ergebnisse zumindest auf einen kurzfristigen Wissenszuwachs hin und zeigen, dass die Schulung für viele Bereiche des Gesundheitswesens geeignet ist. Es müssen jedoch weitere Studien zur längerfristigen Wirksamkeit solcher Schulungen durchgeführt werden.


Dieser Artikel basiert auf einer  Pressemitteilung  der University of Washington. Die Originalpublikation haben wir euch  hier  und im Text verlinkt.

Kommentare: 0
      am
22 Jul 2022
      von
Alaska1966
 
 
 

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