Viele Partner fühlen sich oft überfordert

Viele Partner sind überfordert, wenn sie mit einem Borderline-Patienten eine Beziehung eingehen. Diese Situation ist besonders schwierig, da Borderliner oft eine paradoxe Einstellung haben. Einerseits klammern sie sich eng an ihren Partner und suchen emotionalen Halt, andererseits ziehen sie sich plötzlich und unerwartet von ihm zurück. Diese Wechsel können für den Partner verwirrend und belastend sein.

Die Partner fühlen sich oft überfordert, da sie nicht wissen, wie sie auf die ständig wechselnden Bedürfnisse und Emotionen des Borderline-Patienten reagieren sollen. Sie wollen nicht die Schuld an der Unzufriedenheit des Partners tragen oder die Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Die Partner haben ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse, die es schwierig machen, mit den unstabilen Stimmungen des Borderliners umzugehen.

Die paradoxe Einstellung des Borderline-Patienten kann dazu führen, dass die Partner sich emotional distanziert und unsicher fühlen. Sie wissen nie, wann der Borderliner sich zurückziehen wird und wie lange dieser Zustand anhalten wird. Für den Partner kann dies eine äußerst belastende Situation sein, da er oft versucht, die Beziehung aufrechtzuerhalten und dem Borderliner zu helfen, aber gleichzeitig mit der eigenen Unsicherheit und emotionalen Achterbahnfahrt kämpft.

Es ist wichtig zu verstehen, warum Borderline-Patienten solches Verhalten zeigen. Oftmals versuchen sie, aus einem Zustand der inneren Leere auszubrechen, in dem sie die Welt nur verschwommen und in blassen Farben wahrnehmen und sich nicht wirklich lebendig fühlen. Der Schmerz und die extremen emotionalen Schwankungen können sie vorübergehend aus dieser Erstarrung herausholen und ihnen das Gefühl geben, wieder am Leben teilzunehmen. Es ist eine Art Notanker, der ihnen hilft, sich vorübergehend zu spüren.

Jedoch kann sich dieser Zustand auch ins Gegenteil verkehren. Borderline-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für selbstverletzendes Verhalten und Suizidgedanken. Tatsächlich nehmen sich fünf bis zehn Prozent aller Borderliner das Leben, was die Ernsthaftigkeit der Erkrankung unterstreicht.

Glücklicherweise gibt es mittlerweile Therapiemöglichkeiten, die Borderline-Patienten helfen können, ihre Störung besser zu bewältigen, auch wenn sie sie nicht vollständig heilen können. Eine der am häufigsten angewendeten Therapieformen ist die Dialektisch-Behaviorale-Therapie (DBT). In der DBT geht es zunächst darum, Alternativen zu finden, wie Borderline-Patienten aus dem Zustand der inneren Leere herauskommen können, ohne sich selbst zu verletzen. Zum Beispiel kann anstelle des Selbstverletzens das Schnalzen eines Gummibands auf die Haut als Ventil für negative Emotionen dienen.

Im zweiten Schritt lernen Borderline-Patienten, achtsamer mit sich selbst und der Welt um sie herum zu sein. Achtsamkeit spielt eine wichtige Rolle in der DBT, da sie den Patienten hilft, ihre Emotionen und Impulse zu beobachten, ohne ihnen unmittelbar nachzugeben. Durch die Entwicklung von Achtsamkeit können Borderliner lernen, ihre Gefühle besser zu regulieren und impulsives Verhalten zu reduzieren.

Es ist wichtig anzuerkennen, dass Borderline-Patienten und ihre Partner Unterstützung benötigen, um mit den Herausforderungen der Erkrankung umzugehen. Professionelle Therapie, Medikation, Selbsthilfegruppen und Kommunikationstraining können sowohl für den Borderline-Patienten als auch für den Partner hilfreich sein. Die Partnerschaft kann durch gemeinsame Anstrengungen und Verständnis gestärkt werden, um die Schwierigkeiten zu bewältigen, die mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung einhergehen.

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